Five German climbers died in Italian Alps avalanche—was it recklessness or just bad luck?
Fünf deutsche Bergsteiger bei Lawine in den italienischen Alpen gestorben – war es Leichtsinn oder einfach Pech?
Ein weiterer tödlicher Lawinenabgang in den europäischen Alpen – und erneut sind erfahrene Bergsteiger betroffen. Fünf Deutsche, darunter ein Teenager, nahe der Cima Vertana in Südtirol innerhalb von Sekunden gestorben. Was beunruhigt, ist nicht nur die Zahl der Toten, sondern dass sie so spät noch am Aufstieg waren. Das Lawinenrisiko steigt nachmittags, weil Sonneneinstrahlung die Schneedecken instabiler macht.
Die eigentliche Debatte lautet: Sollte das unbetreute Bergsteigen in risikoreichen Zonen strenger reguliert werden? Es handelte sich nicht um Touristen mit Hüftgurt-Taschen – es waren erfahrene Bergsteiger. Und dennoch hat die Natur ihnen gezeigt, wie schnell Respekt zur Tragödie wird.
Regulierung? Das ist ein glatter Hang. Klettern ist kein Disneyland-Rummel. Man braucht keinen Erlaubnisschein für den Himalaya oder Denali. Sobald du Lizenzen für Alpenzonen verlangst, was kommt dann? Helmpflicht-Kontrollen für Spaziergänger?
Ich bin im Lawinenpatent und sag euch: Frischer Schnee bedeutet Spaß für Skifahrer, aber auch die gefährlichste Zeit im Gelände. Die meisten Todesfälle passieren innerhalb von 48 Stunden nach Schneefall. Diese Bergsteiger gingen am Wochenende bei Neuschnee los. Das ist kein Leidenschaft – das ist ein Todeswunsch.
Statt die Opfer zu schuldigen, sollten wir die Familien unterstützen. Ein Vater und seine jugendliche Tochter sind gemeinsam gestorben. Das verändert eine Familie für immer. Lassen wir Raum für ihren Verlust, statt ihre Entscheidungen zu analysieren.
Südtirol verdient Millionen mit deutschem Alpentourismus. Die Einheimischen profitieren von Bergführern, Unterkünften und Ausrüstung. Warum investieren sie dann nicht in verpflichtende Orientierungssitzungen? Es ist billiger als Beerdigungen und schlechte Publicity.
Genau. Und die meisten dieser ‚erfahrenen Bergsteiger‘ lesen das lokale Lawinenbulletin nicht. Sie behandeln die Berge wie ein Fitnessstudio. Ist es aber nicht.
Ich lebe hier. Wir hängen Warnungen auf. Wir sperren Pfade. Aber Leute kommen trotzdem. Sie glauben, ihre GoPro sei ein Sicherheitsnetz. Ist sie nicht.
Hier liegt eine moralische Fehlanreizung vor. Wenn Gefahr zur Inszenierung wird – angetrieben durch Bestätigung in sozialen Medien – leidet die Risikobewertung. Im Sterben 10.000 Likes zu haben, ist kein Erbe.
Zu meiner Zeit respektierten wir den Rhythmus des Berges. Man stieg nicht nachmittags auf. Man postete keine Koordinaten. Man kam lebend zurück – und das war der Sieg.