Is Wifredo Lam the Most Underrated Modern Artist—or Was He Ahead of His Time?
Ist Wifredo Lam der unterschätzteste moderne Künstler – oder war er seiner Zeit einfach voraus?

Wifredo Lam, der kubanisch-chinesisch-spanisch-afrikanische Visionär, bewegte sich während seiner Karriere zwischen Identitäten und künstlerischen Strömungen – Surrealismus, afrokubanische Symbolik, kubistische Zersplitterung – und wurde dabei ständig vom pariser Avantgarde-Milieu als 'der Andere' behandelt. Sein Meisterwerk 'Der Dschungel' ist nicht nur ein Gemälde; es ist eine dekoloniale Manifestation in Pinselstrichen.
Die Tatsache, dass Lam anderen überließ, seine Werke zu benennen, wirkt zutiefst symbolisch: Vielleicht haben wir ihn nie vollständig wahrgenommen, nur unsere Projektionen. Jetzt, mit einer großen Retrospektive im MoMA, holt die Kunstwelt endlich auf. Doch interpretieren wir ihn – oder eignen wir uns eine weitere Schicht von Mythos an?
Lam war nie wirklich ein Surrealist. Er verwendete ihre Sprache, doch seine Symbole stammten aus der Santería, nicht aus Freud. Den Pariserinnen und Parisern glauben zu lassen, er sei nur ein weiterer Schüler, war wohl eine Form des Widerstands.
Ich arbeite im MoMA und ehrlich? Die Kuratoren bewegen sich auf Eiern. Sie wissen, wenn sie Lam als 'exotisch' darstellen, sind sie erledigt. Aber wenn sie sein Erbe nicht anerkennen, ist das eine Auslöschung.
In Kuba wussten wir immer, dass Lam uns gehörte. Man braucht kein MoMA, um uns zu sagen, dass seine Wurzeln tief in yorubischen Gebeten und Zuckerrohrfeldern liegen.
Diese 'Wiederentdeckung' wirkt verdächtig zeitlich auf den Anstieg der Marktnachfrage nach 'diversen' Modernisten abgestimmt. Ist es Gerechtigkeit? Oder nur der Kapitalismus, der sich der PR anpasst?
Lams Auktionspreise sind in fünf Jahren um 300 % gestiegen. Ich sage ja nicht, man soll dem Geld folgen – aber, na ja, folgt dem Geld.
Lam verkörpert das koloniale Paradoxon: gefeiert für seine 'Fremdheit', aber niemals als gleichberechtigter Kollege akzeptiert. Sein Werk fordert den westlichen Blick heraus, indem es sich absichtlich unlesbar macht.
Ich kannte Lam vor dieser Ausstellung nicht. Jetzt kann ich diese Gesichter im Dschungel nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Super gruselig, auf die beste Art.