Is This the Most Ethical Auction House Movie Ever — Or Just Too Comfortable to Be Real?
Ist das der ethischste Auktionsfilm aller Zeiten – oder einfach nur zu beschönigend, um echt zu sein?

Pascal Bonitzers neuer Film Auction taucht ein in die gnadenlose Welt des hochpreisigen Kunsthandels – wo ein einzelnes Gemälde Millionen einbringen kann und Ethik oft das erste Opfer ist. Doch überraschenderweise steht ein moralisch zwiegespaltener Auktionator im Mittelpunkt, der tatsächlich versucht, das Richtige zu tun.
Basierend auf einem realen Verkauf eines verlorenen Schiele-Gemäldes aus dem Jahr 2006 folgt die Geschichte André, einem schneidigen Pariser Auktionator mit Gordon-Gekko-Charme, der ein von den Nazis geraubtes Kunstwerk auf einem Arbeiterboden entdeckt. Doch statt es auszubeuten, setzt er sich für die rechtmäßige Rückgabe ein – und gerät damit in Konflikt mit seinem geldgierigen Chef und der Kunstelite. Doch der Film bleibt auf Sicherem: wenig echte Spannung, unterentwickelte Nebenhandlungen und eine exzentrische Ex-Frau, die viel badet und uns kaltlässt.
Seien wir ehrlich: Wenn ein Schiele auf dem Dachboden eines Fabrikarbeiters auftauchen würde, würden die Anwälte der Auktionshäuser wie Geier herabstoßen. Die Vorstellung, jemand bei Scottie’s würde sich mehr für moralische Wiedergutmachung als für eine 13-Millionen-Provision interessieren, ist lächerlich. Der Film verschönigt die ganze Branche.
Du verstehst den Punkt nicht. Das ist kein Dokumentarfilm – es ist eine Fabel. Bonitzer nutzt den Schiele-Fall, um zu zeigen, wie Kunstrückgabe in einer idealen Welt funktionieren könnte. Die Badeszenen mit der Ex-Frau? Es geht um emotionale Reinigung, nicht um Handlung.
Bonitzer ist weicher geworden, ja – aber gibt es nicht Platz für eine nuancierte Erlösungsgeschichte in dieser von Haien bevölkerten Welt? André ist kein Superheld. Er ist ein fehlerhafter Mensch, der Integrität über Gier wählt. Das ist nicht naiv – es ist hoffnungsvoll.
Als jüngere Auktionatorin fand ich Aurores Figur großartig. Man redet auf sie herab, doch sie wehrt sich mit Präzision. Als sie im Verhandlungsgespräch das Blatt gegenüber André wendet? Ikonisch. Solche Frauen braucht der Beruf.
Der Rückgabeprozess dauert im echten Leben Jahre. Gerichte, Herkunftsrecherche, diplomatischer Druck – und manchmal passiert nichts. In 90 Minuten gelöst? Das ist keine Hoffnung. Das ist Hollywood-Lüge.
Vielleicht ist der Film kein Thriller – vielleicht ist er ein stiller Protest gegen Zynismus. In einer Zeit, in der wir annehmen, niemand handle gut, ohne einen Hintergedanken, wagt Bonitzer jemanden vorzustellen, der es tut. Das ist radikal.
Radikal? Oder unverantwortlich? Kunstrückgabe ist kein Fantasiespiel – es ist Gerechtigkeit. Es vereinfacht darzustellen entehrt die Opfer.
Die Opfer respektieren? Natürlich. Aber muss jeder Film über Gerechtigkeit düster sein? Können Empathie und Würde nicht auch Formen der Realität sein?