Postcards Are Dead? Then Why Are More Workers Delivering Them Than Ever?
Postkarten sind tot? Warum beschäftigen wir dann mehr Zusteller denn je?
Die EU hat 2024 also 15 % weniger Postkarten verkauft als letztes Jahr – 60 Mio. € statt 69 Mio. €. Na wunderbar, ein weiteres Nachruf auf die arme Postkarte im digitalen Zeitalter. Doch hier kommt der Twist: Heute arbeiten mehr Menschen denn je im Postschienenverkehr. 2024 waren es 1,45 Mio. Beschäftigte, gegenüber 1,40 Mio. im Jahr 2014.
Und jetzt kommt’s: In der Pandemie sind die Postkartenverkäufe tatsächlich explodiert – von 2020 zu 2021 um fast 50 % gestiegen – und erreichten 2022 mit 81,3 Mio. € ihren Höhepunkt. Ja genau: Wir gingen von nostalgischen Kuriositäten zu emotionalen Rettungsringen über. Der aktuelle Rückgang ergibt also Sinn als Korrektur, nicht als Zusammenbruch. Aber das wachsende Personal? Das riecht nach Paketen, nicht nach Postkarten.
Die Leute verfallen immer noch der Romantik der Postkarte, aber die wahre Geschichte steckt in der Paketmenge. Habt ihr euch mal angeschaut, wie viele Amazon-Pakete pro Kopf heute zugestellt werden? Das Postpersonal wuchs, um den E-Commerce zu bewältigen – nicht den nostalgischen Briefverkehr.
Aber während des Lockdowns fühlte es sich an, als würde man ein Stück seiner Seele verschicken. Das kriegt man nicht mit einem Paket-Scan.
Machen wir uns nichts vor. Die Postkarten-„Blase“ war eine kurzfristige Abweichung. Das menschliche Verhalten hat sich wieder normalisiert. Und „emotionale Rettungsleine“? Kommt schon. Das waren einfach nur gelangweilte Leute zu Hause, die Schnickschnack kauften.
Komisch, wie wir die Postkarte für tot erklären, aber bei jeder großen Krise – Kriege, Pandemien – kommt sie zurück. Physische Objekte haben in unsicheren Zeiten Gewicht. Erinnert ihr euch an V-Mail oder Kriegsgefangenenbriefe? Dieselbe Energie.
Ich liefere seit 8 Jahren Briefe aus. Letztes Jahr hatte ich vielleicht drei Postkarten in der Hand. Aber ich habe 3.200 Pakete zugestellt. Macht mal die Rechnung.
Klar, die Daten sagen das eine, aber versuch das mal meiner Oma zu erklären, die mir von jeder Reise noch immer eine Postkarte schickt. Für sie ist das kein Datenpunkt – es ist Liebe mit Briefmarke.
Genau. Das ist die zentrale Ironie: Wir analysieren Papierbögen wie Aktien, aber jeder davon sollte eigentlich einen Herzschlag transportieren.
Und vergessen wir nicht: Mehr Kurierdienste bedeuten auch mehr Verkehr, mehr Emissionen. Es geht hier nicht nur um Sentimentalität vs. Daten. Es ist auch ein Rätsel der Nachhaltigkeit.