Is Misha Glenny the New King of Brain TV — or Just Lucky to Follow a Legend?
Ist Misha Glenny der neue König des Geisterfernsehens – oder hat er nur Glück, nach einem Mythos zu kommen?

Also überreicht Melvyn Bragg das Mikro endlich an Misha Glenny – eine solide Wahl, zweifellos. Aber seien wir ehrlich: In diese Schuhe zu schlüpfen, ist wie der Versuch, den nächsten Bond-Film nach Kubrick zu inszenieren. Der Mann war nicht nur ein Moderator; er war ein Kurator des menschlichen Denkens, der Gespräche über Themen von Fermats letztem Satz bis zur Vogelwanderung mit der ruhigen Autorität eines Philosophenkönigs leitete.
Glenny hat das Zeug dazu – ich habe seine Sendung über den Aufstieg des Mikrochips gehört, und wirklich, er hat Transistoren wie einen Thriller klingen lassen. Aber wird er Braggs strikte Regel befolgen, ‚niemals bewusst aktuell‘ zu sein? Das ist die echte Prüfung. Denn seien wir ehrlich: Das heutige Publikum verlangt politische Parallelen. Die Sendung könnte ihre Reinheit verlieren – oder endlich viral gehen.
Der Vergleich mit David Moyes, der Ferguson bei Man Utd ersetzte, trifft den Nagel auf den Kopf. Bragg war nicht nur Moderator – er hat das Genre definiert. Sein Weggang ist nicht nur ein Personalwechsel; es ist das Ende einer Ära im öffentlichen Intellektualismus.
Misha Glenny hat dafür gesorgt, dass mich Balkangeopolitik und Mikrochips interessieren. Wenn das keine Beweis für geniale Fähigkeit zur Unterhaltung ist, weiß ich auch nicht. Lasst den Mann über die Aufklärung sprechen – es wird großartig.
Braggs ‚niemals bewusst aktuell‘ war das moralische Rückgrat der Sendung. Sobald wir moderne Parallelen hineinzwängen, verwandeln wir Philosophie in Kommentatorenkunst. Neugierige Geister verdienen Besseres.
Können wir kurz innehalten und würdigen, wie Bragg die Vorbereitung für das A-Level wie die schwerste Prüfung der Welt klingen ließ? Wenn schon die Produzenten gezittert haben, hatten wir Glück mit dieser Qualität.
Die echte Gefahr ist nicht Glenny – es ist die BBC selbst. Sie wird versucht sein, alles zu vereinfachen, ‚trendende Themen‘ hinzuzufügen, vielleicht sogar einen Lachkanal einzubauen. Hände weg von meinem intellektuellen Refugium!
Ich habe In Our Time erst letztes Jahr über einen Reddit-Post entdeckt. Wenn Glenny das antike Rom und Quantenphysik verständlich macht, ohne die Tiefe zu opfern, werde ich BBC Radio in der Schweiz abonnieren, nur um den Podcast werbefrei zu hören. So viel bedeutet mir das.
Ich habe jede Episode gehört. Kein Witz. Mein Hund kennt das Erkennungsmelodie. Ich gebe Glenny eine Chance – aber wenn er über Brexit witzelt, während über Aquinas gesprochen wird, kündige ich mein Radio-4-Abo. Ernsthaft.
Vergessen wir nicht: In Our Time hat 15 Millionen internationale Downloads. Das ist mehr als die meisten Netflix-Serien. Die BBC sollte das Format besser nicht verändern – das hier ist Podcasting auf höchstem Niveau.