Is YouTube’s New AI Feed Control a Real Upgrade or Just a Distraction?
Ist Youtubes neue kI-gestützte Feed-Kontrolle ein echter Fortschritt oder nur Ablenkung?

YouTube testet ein neues, kI-gestütztes Feature zur Anpassung des Feeds, bei dem du Konversationsanweisungen eingeben kannst, um deine Inhalte im Start-Feed zu beeinflussen – etwa: „Zeig mir mehr obskure Jazz-Dokumentationen und weniger Kochshows.“ Das klingt erstmal nach mehr Kontrolle… bis dir einfällt, dass 90 % der Nutzer ihre Einstellungen nie öffnen.
Die Plattformen führen ständig solche „Nutzerkontroll“-Funktionen ein – toll für die PR und um Regulierer zu besänftigen – aber meistens ist es nur Show. Der eigentliche Motor läuft weiterhin auf Algorithmen, die das Nutzungsverhalten maximieren. Dir zu erlauben, deinen Feed über Chats anzupassen, wirkt zwar neu – aber wenn nur 5 % es nutzen, ändert sich dann wirklich etwas?
Endlich! Echte Kontrolle über meine Empfehlungen? Ich würde gerne zwei Minuten damit verbringen, „Keine Unboxing-Videos, mehr historische Hintergrundinhalte“ einzutippen, wenn mein Feed dann nur noch die 17. Katzenvideo-Kompilation vorschlägt.
Du verfällst der Kontrollillusion. Die Plattformen wissen, dass die meisten Nutzer dies überspringen. Die Funktion existiert, um Nutzer das Gefühl von Kontrolle zu geben – und so Kritik an Algorithmen zu mindern, während die Nutzschleifen unverändert bleiben.
Ich hatte Zugang. Hab eingegeben: „Keine Fitness-Influencer, nur Retro-Videospiele-Rezensionen“. Bekam eine Retro-Rezension… und sechs Gym-Vlogs. Diese Ki hört nicht zu. Sie tut nur so.
Das ist ein zweischneidiges Vorgehen. Auf der einen Seite ein Zeichen für digitale Selbstbestimmung. Auf der anderen Seite eine Schuldverschiebung: Wenn du schädliche Inhalte siehst, heißt es: „Warum hast du deinen Feed nicht angepasst?“ Klassische regulatorische Ablenkung.
Ah ja, ein weiteres Feature, um einen Algorithmus anzupassen, der dafür gebaut wurde, uns zu fesseln. Wie revolutionär. Als Nächstes dürfen wir wohl den Geschmack unserer digitalen Ketten wählen.
Selbst wenn nur 5 % das nutzen, sind das Millionen von Menschen, die die Kontrolle zurückgewinnen. Und wenn sich das Tool verbessert, könnte es YouTube unter Druck setzen, es standardmäßig einzuschalten. Kleine Schritte.
Die Gefahr liegt nicht im Feature – es liegt in der Darstellung. „Passe deinen Feed an“ klingt nutzerzentriert, normalisiert aber stillschweigend die Idee, dass Inhaltsfilterung deine Verantwortung ist, nicht die der Plattform.