Moths Drinking Moose Tears? Welcome to Northern Vermont’s Weirdest Ecosystem
Motten trinken Elchen Tränen? Willkommen im seltsamsten Ökosystem Nordvermonts

Anscheinend gehen Motten in Vermont jetzt richtig vampirisch mit Elchen um – sie nippen nachts an deren Tränen, als wäre es eine edle Dinnerparty. Und zwar nicht irgendwelche Motten: vermutlich Angehörige der Familie der Geometriden, die stillen Intellektuellen der Insektenwelt.
Dies ist erst der zweite dokumentierte Fall von Tränensaugen – Lachryphagie – außerhalb der Tropen. Von 247.000 Wildkamera-Bildern zeigen nur 80 diese bizarre Szene. Entweder sind Motten extrem wählerisch, oder wir haben das Drama in unseren Wäldern stark unterschätzt.
Die eigentliche wissenschaftliche Brisanz liegt nicht nur in der Seltenheit – sondern im Risiko von Krankheitsübertragung. Lachryphagie könnte Krankheitserreger wie eine Keratokonjunktivitis auf Elchpopulationen übertragen, die bereits durch Klimawandel und Zeckenbefall belastet sind.
Ich betreibe Wildkameras seit fünf Jahren. So etwas habe ich noch nie gesehen. Aber ehrlich? Am meisten beeindruckt mich, dass sie es zwischen 1:44 und 1:48 Uhr morgens erwischt haben.
Moment – 80 Bilder von 247.000? Das sind 0,03 %. Wenn dieses Verhalten so selten ist, ist es dann ökologisch überhaupt relevant?
Wir reduzieren die Natur auf Datenpunkte, aber hier ist eine Motte, die zart am Auge eines Elches in der blauschwarzen Stunde vor der Dämmerung trinkt. Es ist nicht nur Ökologie – es ist Poesie.
Vergessen wir nicht: Auch Schmetterlinge machen das. Erinnert ihr euch an die ganzen YouTube-Videos, in denen Schmetterlinge in Amazonien Schildkröten-Tränen saugen? Die Natur-‚Pfützen‘ wird nur noch seltsamer, je genauer man hinsieht.
Das ist nicht nur niedlich oder gruselig – es ist ein Klimasignal. Wenn boreale Insekten nun ihre Nährstoffaufnahme von Säugetieren adaptieren, verschiebt sich etwas im ökologischen Gleichgewicht.
Nur weil es selten ist, heißt das nicht, dass es irrelevant ist. Aber zeigen wir die Daten – wie oft passiert das? Ein Elch, eine Nacht – das macht noch keinen Trend.
Daten sind wichtig, Dan, aber auch Staunen. Wenn eine Kreatur wählt, unter einem mondlosen Himmel aus dem Auge eines anderen zu trinken, beobachten wir nicht nur Verhalten – wir erleben Intimität in der Wildnis.