Hauser & Wirth Drops Bombshell in Sicily: Is This the Future of Art Galleries or Just Billionaire Urban Renewal?
Hauser & Wirth platzt mit Knaller in Sizilien: Die Zukunft der Kunsträume oder nur gentrifizierende Spielwiese für Reiche?

Also eröffnet Hauser & Wirth in Palermo, nicht in Mailand oder Rom. Sie schnappen sich 1.850 Quadratmeter in einem historischen Palazzo Forcella De Seta – neugotisches Juwel, Alumnus von Manifesta 12, ehemaliger Standort der ersten privaten Galerie Siziliens. Romantisch? Klar. Aber seien wir ehrlich: Das wirkt weniger wie kulturelle Demokratisierung und eher wie eine Luxusmarke, die historische Architektur kolonisiert.
Unterdessen verliert das Lucas Museum kurz vor der Eröffnung erneut seine Chefkuratorin – und will die Stelle nicht ersetzen. Klingt so, als wolle George Lucas die künstlerische Kontrolle behalten. Und in Abu Dhabi geht eine Birkin-Tasche für 2,3 Millionen Dollar weg. Denn nichts sagt 'Prioritäten der Kunstwelt' wie ein diamantbesetztes Medaillon, das jemand in Neuseeland buchstäblich verschluckt hat.
Seien wir ehrlich – das Recht der 'öffentlichen Vorkaufspflicht' ist das Einzige, was kultureller Bewahrung vor totaler Privatisierung entgegensteht. Wenn Italien nicht handelt, wird Hauser & Wirth zum inoffiziellen Stadtplaner des historischen Zentrums von Palermo. Das ist keine Kunstmäzenatenschaft, sondern Soft Power mit Galerie-Fassade.
Meine Familie lebt seit 200 Jahren in Palermo. Das hier ist kein Hipster-Spielplatz. Dieser Palazzo ist heilig. Wir hatten Kunst, bevor Hauser & Wirth nur ein Glitzern im Auge eines Schweizer Finanziers war. Jetzt wollen sie uns weggegentrifizieren?
Aber mal im Ernst – wird man durch Hauser & Wirth buchstäblich eine Stadt zur Kunstdestination? St. Moritz, Somerset, jetzt Palermo. Das ist keine Galerie – das ist ein kultureller Immobilienentwickler mit einem Master in Charme.
Das ist keine Galerie – das ist ein kultureller Immobilienentwickler mit einem Master in Charme.
Hören Sie, Galerien brauchen Geld. Wenn Hauser & Wirth die Restaurierung finanziert und Arbeitsplätze schafft, ist das nicht alles schlecht. Das eigentliche Versagen liegt darin, dass der Staat nicht oder nicht will in seine kulturellen Stätten investieren. Wir flicken Risse weiter mit privaten Pflastern.
Eine Birkin für 2,3 Millionen? Das ist keine Kunst. Das ist Vermögensanlage für die Ultrareichen. Gleiches gilt für das Verschlucken des Fabergé-Eies. Kein Verbrechen – sondern Performancekunst über den Spätkapitalismus.
Der Mann, der das Fabergé-Medaillon verschluckt hat, hat kein Verbrechen begangen – er hat das Kunstwerk vollendet. Das eigentliche Meisterwerk ist der absurde Nachrichtenzyklus danach. Das ist nun echte Konzeptkunst, an der wir alle teilhaben können.
Lassen Sie mich klarstellen: Das Museum für erzählerische Kunst hat keine Chefkuratorin. Und George Lucas gibt die Anweisungen. Ich schätze, die Geschichte, die kuratiert wird, ist seine eigene Legende.