Is Cyanide the Secret Ingredient of Life? This Chemist Thinks So — And It Changes Everything
Ist Cyanid der geheime Zutat des Lebens? Dieser Chemiker glaubt das — und das verändert alles

Anscheinend könnte genau das, was James-Bond-Schurken tötet, auch der Grund dafür sein, dass wir existieren. Die Forschung von John Sutherland legt nahe, dass Wasserstoffcyanid – ein Molekül, das mit Gift gleichgesetzt wird – auf der frühen Erde reichlich vorhanden war und chemisch ideal war, um die Kernelemente des Lebens aufzubauen: RNA, Proteine und Lipide. Vergesst die ‚Ur-Suppe‘ – wir hatten vielleicht einen urzeitlichen giftigen Smoothie.
Das eigentliche Sahnehäubchen? Diese Chemie umgeht das größte Paradox des Lebens: das Huhn-und-Ei-Problem von DNA, Proteinen und Zellmembranen, die sich gegenseitig brauchen. Sutherlands Labor zeigt, dass man alle drei aus einfachen, vorbiotischen Zutaten unter realistischen Bedingungen der frühen Erde herstellen kann. Falls bestätigt, könnte dies endgültig dem Vitalismus den Garaus machen – der Vorstellung, dass Leben einen mystischen ‚Funken‘ braucht.
Als jemand, der Kurse zum Ursprung des Lebens unterrichtet hat, muss ich Sutherland applaudieren. Seine Synthese von RNA-Nukleotiden im Jahr 2009 war bereits bahnbrechend, doch nun löst er das Problem des gemeinsamen Entstehens. Es geht nicht nur darum, Moleküle zusammenzufügen – es zeigt, wie Chemie ein ganzes System quasi selbst in Gang setzen konnte.
Moment mal – Wasserstoffcyanid in Umgebungen der frühen Erde? Ich bin für Eleganz im Labor, aber geologisch gesehen: Ist das realistisch? Die Instabilität von Cyanid in Wasser ist ein riesiges Warnsignal. Wie lange könnte es überhaupt in Gezeitenpfützen oder regengetränkten Lehmböden überdauern?
Er hat diese Idee vom giftigen Smoothie tatsächlich laut in einem Vortrag gesagt, und mir fiel die Kinnlade runter. Diese Art von Wissenschaft fühlt sich an wie ein Kriminalroman. Jedes Puzzleteil lässt dich den ganzen Fall neu bewerten.
Wenn wir Leben aus dem Nichts erschaffen, stehen wir ihm dann moralisch verpflichtet gegenüber? Ist eine im Labor gemachte Protocell ‚lebendig‘ im Sinne von Rechten? Sutherland scherzt, er werde das nicht mehr erleben, doch Philosophen machen sich bereits bereit.
Das ist riesig für die Exoplanetenforschung. Wenn Cyanid-Chemie ein universeller Weg zum Leben ist, sollten wir Atmosphären auf HCN und H₂S scannen – neben O₂ und CH₄. Ein unabhängiger Ursprung verändert alles. Zwei? Wir sind nicht besonders – wir sind unausweichlich.
Endlich versteht jemand die Systemchemie! Es geht nicht um ein Molekül oder eine Reaktion. Es geht um Netzwerke, in denen Reaktionen sich gegenseitig befeuern und Stabilität sowie Ordnung schaffen. Sutherlands Arbeit zeigt, dass Chemie von Chaos zu Klarheit gelangen kann – ohne göttliches Eingreifen.
Wir bestehen also im Grunde aus urzeitlichen giftigen Smoothies… Ich werde mich nie wieder über meine Chemie-Hausaufgaben beschweren.